Tipps für Organisationen
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"Quifd" überprüft die Qualität für Freiwilligendienste

Quifd ist eine Initiative des »Fördervereins für Jugend und Sozialarbeit« und der Robert-Bosch-Stiftung.

Das von ihr verliehene Gütesiegel versteht sich als Orientierungshilfe für Viele: für junge Menschen, die noch unschlüssig sind, ob sie sich auf ein freiwilliges Engagement einlassen wollen, für Öffentlichkeit und Politik und nicht zuletzt für Geldgeber. So profitieren auch die Einrichtungen, die mit Freiwilligen arbeiten:
- Der Freiwilligendienst kann besser in die Arbeit der Einrichtung integriert werden,
- Kleine Organisationen, die von ehrenamtlichem Engagement getragen werden, können gute Qualität nachweisen und häufig auftretende Zweifel an ihrer Fachlichkeit ausräumen,
- Einrichtungen die erfolgreich am Verfahren teilnehmen, können das Gütesiegel in ihrer Öffentlichkeitsarbeit einsetzen. Trägerorganisationen können damit werben, dass sie mit zertifizierten Einsatzstellen zusammenarbeiten, .
- Die Chancen bei der Mitteleinwerbung (Förderprogramme, Sponsoring) verbessern sich.

"Quifd" hat ihre Qualitätskriterium in zehn Punkten zusammengefasst:

1. Die eigenen Ziele deutlich machen: Wer Freiwillige einsetzen will, muss sich über die Ziele, die er damit verfolgt, im Klaren sein. Ein kommunizierbares Leitbild der Einrichtung sollte Aussagen zur Bedeutung der Freiwilligendienste enthalten.

2. Geeignete Einsatzmöglichkeiten finden: Freiwilligendienste sollen Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Einsatzstellen müssen wissen, welches Aufgabenprofil sie anbieten können. Koordinierende Organisationen suchen auf dieser Grundlage nach geeigneten Partnereinrichtungen im In- und Ausland und schließen verbindliche Kooperationsvereinbarungen mit ihnen ab.

3. Umfassende Informationen anbieten: Interessierte sollten so umfassend und realistisch wie möglich informiert werden. Eine gute Erstinformation (als Faltblatt oder im Internet) ermöglicht Jugendlichen eine schnelle Orientierung über das Angebot.

4. Die richtige Auswahl treffen: Die Auswahl der Freiwilligen ist ein Prozess, der von beiden Seiten eine bewusste Entscheidung notwendig macht. Anbieter müssen das Anforderungsprofil ihrer Einsatzplätze kennen, über Auswahlkriterien verfügen und den beiderseitigen Entscheidungsprozess ermöglichen. Hospitationen oder Kurz-Einsätze können diesen Prozess unterstützen.

5. Freiwilligendienste verlässlich organisieren: Zentrale Bestandteile sind eine professionelle Regelung der notwendigen Absicherungen, die Umsetzung von vereinbarten Leistungen, die Klärung von rechtlichen Fragen sowie verbindliche schriftliche Vereinbarungen mit dem Freiwilligen und mit den Kooperationspartnern. Für Notfälle muss es ein funktionierendes Krisen- und Konfliktmanagement geben.

6. Fachliche Anleitung bereitstellen: Freiwillige brauchen feste Ansprechpartner in der Einsatzstelle, die das Know-How für die Einarbeitung und gegebenenfalls für die Vermittlung von fachlichen Kompetenzen besitzen. Sie müssen für die Freiwilligen leicht erreichbar sein und sich für die Anleitertätigkeit die nötige Zeit nehmen.

7. Persönliche Begleitung gewährleisten: Freiwilligendienste stellen oft hohe persönliche Anforderungen an die Engagierten. Damit daraus keine Überforderung wird, brauchen Freiwillige leicht erreichbare Ansprechpartner außerhalb ihrer Einsatzstelle. Für die persönliche Begleitung gibt es unterschiedliche Modelle. Ehrenamtliche Mentoren kommen ebenso zum Einsatz wie Gastfamilien, hauptamtlich beschäftigte Pädagogen in einer Trägereinrichtung oder – vor allem bei Auslandseinsätzen – Länderbeauftragte.

8. Bildung und Begegnung ermöglichen: Die Verbindung von Arbeiten und Lernen wird bereits im Freiwilligendienst selbst gestaltet. Darüber hinaus sollte es aber eigenständige Bildungsangebote für die Freiwilligen geben, in denen sie soziale Kompetenzen und praktische Qualifikationen erwerben können. Der Austausch mit anderen Freiwilligen ist ebenfalls unverzichtbar. Nach Möglichkeit ist er Bestandteil der Bildungsangebote. Bildung und Begegnung dienen auch der Reflexion über den Freiwilligendienst.

9. Freiwilliges Engagement anerkennen: Das Engagement der Freiwilligen braucht Anerkennung. Sie wird erfahren durch eine Kultur der Wertschätzung in der Einsatzstelle und der vermittelnden Organisation. Darüber hinaus soll das Engagement der Freiwilligen dokumentiert werden und sich in einem Zertifikat niederschlagen, das der Freiwillige am Ende seiner Dienstzeit erhält.

10. Die eigene Arbeit evaluieren: Wenn die Qualität der eigenen Arbeit langfristig gesichert und weiterentwickelt werden soll, müssen Anbieter von Freiwilligendiensten ihr eigenes Handeln ständig kritisch überprüfen. So kann festgestellt werden, ob und wie die angestrebten Ziele für alle Beteiligten erreicht werden und wo es Änderungs- oder Entwicklungsbedarf gibt.

Gemäß dieser Qualitätsmerkmale hat Quifd die ersten 27 Einrichtungen zertifiziert. Es sind Einrichtugen, die sowohl in Deutschland wie
auch im internationalen Freiwilligendienst tätiig sind. Ein Gutachtergremium von unabhängigen Experten hatte die Einhaltung von diesen Qualitätsstandards geprüft. Das Gütesiegel wird zunächst für die Dauer von einem Jahr verliehen und wird bei einer erfolgreichen Teilnahme an der nächsten Evaluationsphase 2005 für zwei weitere Jahre bestätigt.

Die ersten entdprechend zertifizierten Einrichtungen sind: Aktionsgemeinschaft Friedenswoche Minden, CVJM Seelow, Evangelische Jugendbildungsstätte Asel, Feierwerk e.V. München), Fischkutter e.V. (Rostock), Förderverein Wi-Wa-Wunderland (Eisenhüttenstadt), Freiwilligenagentur Leipzig, IJGD Landesverein Mecklenburg-Vorpommern, Kolleg für Management und Gestaltung nachhaltiger Entwicklung gGmbH (Berlin), Kreisjugendring Alb-Donau, Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen, Land und Leute e.V. (Röbel/Berlin), Nachbarschaftsheim Jüterbog, Ökohaus Rostock, Riesa Efau, SOS-Mütterzentrum Salzgitter und das Soziokulturelle Zentrum "Die Villa" (Leipzig) .

Organisationen im internationalen Freiwilligendienst: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, IRENE - Internationaler Christlicher Friedensdienst (Neuwied),
Initiative Christen für Europa (Dresden), Verein Kurve Wustrow, Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion, Pax Christi im Bistum Aachen, Peace Brigades International - Deutscher Zweig, Stiftung Naturschutz und Service Civil International - Deutscher Zweig

Anträge auf Verleihung des Gütesiegels können jederzeit bei der Geschäftstelle von Quifd eingereicht werden. Einsendeschluß für den nächsten Prüfungsdurchgang ist der 31.11.2004. Weitere Informationen unter /www.quifd.de.

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